Constanze und Imke Kreiser

:.

Bilder der Installation

.

KirchenKörper Buschow 2009
Das Thema Körperbilder wird von Imke und Constanze Kreiser bewusst in kirchlichen Räumen in Szene gesetzt, denen ein gänzlich anderes Menschenbild und ein sorgsamer Umgang mit dem Körper zugrunde liegt.

Das Verhältnis von Körper, Gesellschaft und Identität beschäftigt uns seit etwa zehn Jahren. Vor dem Hintergrund zeittypischer Freiheiten, den Körper als Repräsentationsobjekt im öffentlichen Raum zu inszenieren, was auch autoaggressive Eingriffe wie Piercing, Branding und Implantate sowie komplette Haarlosigkeit beinhaltet, gestalten wir gedankliche Räume aus Texten, Licht und Kulturobjekten vergangener Epochen.

Assoziationen wie Psychohygiene, Geborgenheit, Sauberkeit und Stille, Transzendenz, wie sie die aufs Kreuz ausgerichteten Kirchenräume von jeher hervorrufen, werden mit verstörenden Zitaten des Hier und Jetzt gebrochen. Der Besucher erlebt, wie seine eigenen Kindheitserinnerungen an Gottesdienst (Körper-Erlebnisse mit Wasser, Enge oder Weite, Wärme oder Kälte, Geruch) Kirchen-Räumen ganz unterschiedliche emotionale Qualitäten verleihen. Inneres Erleben mit entsprechender Zeitdehnung wird in der Kirche Buschow der verÄußerlichten Körperoberfläche als schnell verdaulichem Bild gegenübergestellt.

In einer seltsamen Parallelität von Verletztheit wird das Kreuz heute nicht als stellvertretende Erlösung verstanden, sondern als konkretes VorBild: individuelle Verletzungen zeigen eine Unzufriedenheit mit dem Gegebenen, die uns beeindruckt. Letzte private Tabus auf der Achse vom bekleideten Gottesdienstbesucher zum nackten Individuum werden veröffentlicht: den vorläufigen Höhepunkt bilden Gestaltungsvorschriften für den Intimbereich. 40 % der 16-25-jährigen folgen. Der gemeinschaftliche Druck reicht von gestylter Nacktheit ihrer Intimzonen bis hin zum Remodelling ihrer Geschlechtsorgane.

Dafür ist eine Sprache möglich geworden, die in Kontrast zur kirchlichen Verschwiegenheit steht, dem Schutzraum jeglicher individueller Verirrung. Geplapper statt Sammlung. Oberflächlichkeit statt Tiefe. Die Texte sind eingebettet in die geometrische Strenge des Gebäudes.

Am Anfang war das Wort.

BRB/ZH im Juli 2009

www.architekturatelier-kreiser.de

………………………………………………………………………………………………………………………………………………..

:.

.

.

CV Constanze Kreiser

Lebenslauf

.
————————————————————————————.:

.

IMKE KREISER www.gomale.ch ; www.koinobion.net ;  http://www.ikreiser.ch/

Curriculum Vitae

Künstlerische Arbeiten

In beiden Medien, Text und Bild, setzen sich meine künstlerischen Arbeiten mit Strukturen, Homologien,
Naturmaterialien, und Kontrasten auf Material- , Sinn- und Bildebene auseinander.
Thematische Einflüsse kommen aus Naturwissenschaft, Fotographie, versprengten Erinnerungen
und unvollständigen Sinneseindrücken von früheren Wahrnehmungen , Reisen, Lektüren.
Meine Arbeitsweise beinhaltet zwei gleichermassen wichtige Pole: die physische Auseinandersetzung
mit dem Material und das stark konzeptionelle Denken.
Sowohl in meinen Bildern als auch in meinen Texten steht das Prinzip der Reduktion und Verdichtung
des Ausgangsmaterials im Zentrum des Gestaltens. So stellen die fertigen Objekte und Texte oft nur
Ausschnitte eines grösseren Kontextes dar, ähnlich der Zoom-Funktion der Kamera, zerstöre und
verwerfe ich den grössten Teil der Arbeiten und lasse nur den Bereich stehen, in dem das gesuchte
Bild am prägnantesten erscheint. Prägnanz entsteht für mich aus Mehrdeutigkeit, Expressivität und
einer gewissen Sprödigkeit der Bildebene.

.

.

……………………………………………………………………………………………………………………………………………….